Siem Reap, Phnom Penh und Koh Rong Samloen: kambodschanische Geschichte, Gegenwart und Paradiese

Zunächst mal hier noch die nachgelieferten Bilder, nachdem da anscheinend letztens was beim Hochladen nicht geklappt hat… Nicht, dass euch die wunderschönen und unglaublich aussagekräftigen Delfinbilder entgehen 😉

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Siem Reap: Beschäftigung mit der kambodschanischen Geschichte, Teil I (der schöne Teil) (plus Alkohol und gutes Essen ;))

Wie wahrscheinlich alle Kambodscha-Besucher und -Besucherinnen vor uns machten auch wir uns auf den Weg nach Angkor, um die zahlreichen Überbleibsel der Angkor-Herrschaft zu bewundern. Von Reisegefährten waren wir teilweise vorgewarnt worden, uns nicht zu viel zu erwarten: Es sei unglaublich heiß, es gäbe unglaublich viele Touristen, und die Tempel selbst seien gar nicht so extrem beeindruckend, wie man sich das vorstellen würde… Wir können nun berichten: Ersteres stimmte eindeutig, andere Touristen gab’s wenig überraschend auch (wenngleich auch nicht so viele, wie wir befürchtet hatten, und eindeutig weniger als im Königspalast in Bangkok), aber beeindruckend waren die Tempel auf jeden Fall sehr, sehr, sehr! Doch alles der Reihe nach…

Gleich am Morgen nach unserer Ankunft machten wir beide uns also recht früh am morgen (Didi ist – fast freiwillig – um 07 Uhr aufgestanden!), um uns das ganze mal selbst anzuschauen… Entgegen der Empfehlungen unseres Tuktuk-Fahrers vom Vorabend, der meinte, es sei aufgrund der Hitze vollkommen unmöglich, die Tempel per Rad zu erkunden und wir sollten doch lieber mit ihm fahren, schwangen wir uns aufs Rad und strampelten los – was sich auch als sehr vorteilhaft herausstellte, kommt man doch mit dem Rad gut und schnell voran und hat dazwischen dank des Fahrtwinds noch eine kleine Abkühlung 🙂 Für unseren ersten Tempeltag hatten wir die “großen drei” auf der Liste: the one and only Angkor Wat, der Palast voller lächelnder Gesichter, Bayon, und Ta Phrom,  ein Tempel, den der Dschungel sich “zurückerobert” und der einigen vielleicht aus Tomb Raider bekannt ist (Didis Anmerkung, nicht Danis). Da in dem Fall Erklärungen aber wohl wenig hilfreich sind, hier unsere Bilder zum Tag:

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Als Belohnung für unsere Mühen gönnten wir uns am Abend eine Pizza – ehrlich gesagt eine der besten Pizzen, die Dani außerhalb Italiens jemals gegessen hat. Daher: Alle Pizza-Gourmets, die zufällig mal in Siem Reap landen sollte, bitte melden, wir teilen den Tipp gerne mit euch 🙂

Am nächsten Tag ließen wir unsere Drahtesel Drahtesel sein und wählten für die an diesem Tag geplante Tour dann doch einen Tuktuk-Fahrer – denn wenngleich die Straßen in Kambodscha nirgends so gut sind wie hier, so wollten wir uns die bevorstehenden 120 Kilometer dann doch nicht mit den verfügbaren Rädern antun (und ja, es war NUR der Zustand der Räder, der uns zu dieser Überlegung bewog…) 😉
Zuerst ging’s dabei ins Landminenmuseum (richtig, nicht wirklich Teil der Angkortempel). Kambodscha ist nach der Zeit des Vietnamkriegs, der Herrschaft der Roten Khmer sowie des Bürgerkrieges insbesondere in den Grenzregionen zu Thailand immer noch übersät mit Blindgängern und Landminen; letztere wurden oftmals vergraben, ohne Aufzeichnungen über ihre genaue Position anzufertigen oder diese Information ging in den Kriegswirren verloren. Noch heute werden jährlich hunderte Kambodschaner (darunter viele Kinder) durch explodierende Landminen und Blindgänger verletzt oder getötet. Das Museum wird von Aki Ra betrieben, einem Kambodschaner, der selbst in den Armeen der Roten Khmer und später Vietnams kämpfte und dabei Landminen vergrub – nun aber seit Jahrzehnten gemeinsam mit seinem Team versucht, das Land nach und nach von diesen Kriegsrelikten zu säubern. Zudem betreibt Aki Ra auch noch eine Unterkunft inklusive Schule für jugendliche Landminenopfer. Das Museum und die Geschichte, von der es erzählt, haben uns tief beeindruckt. Hier noch ein paar Fotos aus dem Museum:

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Danach ging’s aber dann doch wieder mit alten Tempeln weiter – unsere nächste Station war Banteay Srei, ein Tempel, der für seine schönen Dekorationen bekannt ist – siehe hier:

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Der letzte Teil unserer Tempelausflüge führte uns schließlich zum Kbal Spean. Dieser ist nicht im eigentlichen Sinn ein Tempel, sondern besteht vielmehr aus einer Vielzahl an Reliefs, die sich in einem Flussbett befinden. Nach einem einstündigen, recht “warmen” Aufstieg durch den Dschungel wurden wir mit diesen Bildern und vor allem (dank des Flusses) mit etwas kühler Luft belohnt – oder zumindest hatten wir uns darauf gefreut (der Reliefs waren aber wirklich cool) 😉

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Da wir uns am nächsten Tag mal Pause von den Tempeln gönnen wollten, schmissen wir uns an diesem Abend mit großem Erfolg ins Nachtleben von Siem Reap: Nach Cocktails und “McCartney-Burger” (laut Didi der beste Burger, den er außerhalb Österreichs jemals gegessen hat) im “The Yellow Sub” (drei mal dürft ihr raten, welche Musik da so gespielt wurde…), gab’s weitere Cocktails im “Miss Wong” (laut Reiseführer eingerichtet im Stil des Shanghais der Zwanzigerjahre… wir haben zwar natürlich keine Ahnung,  wie es im Shanghai von damals oder heute aussieht, aber die Cocktails waren gut :)). Es folgte ein Long Island in einem Lokal, dessen Namen uns nicht (mehr) bekannt ist sowie ein Abschlussbier im X, einer Bar mit Skateboardrampe und Beerbong-Tisch auf dem Dach 🙂

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Wenig überraschend haben wir uns am nächsten Tag zunächst intensiv ausgeruht, anschließend eine Reparaturpizza in unserer neuen Lieblingspizzeria zu uns genommen und uns schließlich gestärkt in einem Luxushotel an den Pool geschmissen 🙂

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Da dieser Tag so ruhig verlaufen war, hatten wir am nächsten Morgen entsprechend Energie, um schon um halb sieben aufzustehen und unseren letzten Angkor-Tag (erneut mit dem Rad) antreten zu können. Auf unserem Programm standen: der Sonnenuntergangsberg (den wir morgens besuchten), Phnom Bakheng, die Angkor-Thom-Gegend, Preah Khan, Neak Poan und Ta Som. Um 15 Uhr hatten wir jedoch endgültig genug von den Tempeln (und der Hitze…) und wir fuhren wieder zurück nach Hause. Hier somit die letzten Tempelfotos, mit denen wir euch quälen:

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Ein Highlight stand aber am Abend noch auf dem Plan: Abendessen im “Bugs Café”. Wie der Name vielleicht schon vermuten lässt, gab es hier alles, was so keucht und fleucht (und was wir uns bisher auf den Märkten nicht zu essen getraut hatten) auf der Speisekarte. Um uns gleich möglichst allem vertraut zu machen, bestellten wir den Probierteller – Wokgemüse mit Heuschrecken und Seidenraupen (unser Favorit), Spieß mit Spinne (die Didi verweigert hat… wobei ihm kein wirkliches Geschmackserlebnis entgangen ist… eine ziemlich haarige Sache…), Skorpion (Danis Angstgegner, daher zuerst von Didi probiert – überraschend knusprig) und Wasserkäfer (sehr zähe Hülle) sowie Ameisenpastete und -frühlingsrolle (mit jeweils sehr wenig Ameisengeschmack) und panierte Tarantel (davon hat Didi immerhin ein – relativ geschmacksneutrales Bein probiert ;)). Eindeutig die besten Insekten, die wir jemals gegessen haben, aber alleine noch kein Grund, deswegen nach Siem Reap zu fahren…

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Nach einem (erfolglosen) Shoppingtag (Schuhe Größe 45 zu finden ist hier wenig überraschend nicht so einfach…) und erneutem Entspannen am Pool (diesmal mit Cocktail an der Swim-in-Bar… das musste einfach sein!) ging’s am nächsten Tag dann schließlich mit einem überraschend komfortablen Bus (mit InternetBeinfreiheit für Didi!!) weiter in die Hauptstadt Phnom Penh.

Phnom Penh: Beschäftigung mit der kambodschanischen Geschichte, Teil II (nicht so schön) (plus etwas kambodschanische Gegenwart…)

Phnom Penh war – seit Bangkok – die erste Großstadt, in die wir kamen, und dementsprechend erschlagen waren wir auch am Anfang… (gut, und mitten zur Hauptverkehrszeit mit unseren Rucksäcken direkt beim Großen Markt vorbeizuspazieren hat wahrscheinlich nicht geholfen…). Nachdem wir unser Gepäck aber los waren und uns in der Abenddämmerung den Königspalast und das Flussufer angeschaut haben, waren wir aber schon wieder ein bisschen besser auf die Stadt zu sprechen. Zwei Dinge sind uns aber trotzdem gleich von Anfang an aufgefallen und haben sich leider nicht gebessert: Erstens sind die Tuktuk- bzw. hier korrekterweise eigentlich Remork-Fahrer hier extrem aufdringlich und belagern einen wortwörtlich ab dem Moment, da man den Fuß vors Hotel setzt. Und zweitens haben wir bis dato nie so viele offensichtliche Sextouristen gesehen – mehrmals pro Stunde begegnet man hier alten, europäischen Männern die mit einem jungen, asiatischen Mädchen herumspielen. Wir waren eigentlich darauf vorbereitet gewesen, sowas in Bangkok öfter zu erleben, aber dieses grausige Phänomen dürfte sich mittlerweile anscheinend ins weitaus ärmere Kambodscha verlagert haben…

Obwohl somit unser Eindruck von der kambodschanischen Hauptstadt leider ein eher durchwachsener war, waren die besichtigten Sehenswürdigkeiten sehr interessant (wenn auch nicht unbedingt positiv…). Besucht haben wir hier Tuol Sleng, eine ehemalige Schule, die unter den Roten Khmer als Foltergefängnis genutzt wurde. Wer dieses überlebte, wurde – ebenso wie tausende andere – zu den sogenannten “Killing Fields” gebracht. In diesem Massengrab wurden jene, die bis dahin überlebt hatten, aber nicht erschossen, sondern mit egal welchen Werkzeug (Hammer, Schaufel, Sichel, ….) zu Tode geschlagen – Munition war zu kostbar. In nur 3 Jahren der Herrschaft haben die Roten Khmer so Schätzungen zufolge zwischen zwei und drei Millionen Menschen (von damaligen 7 Millionen!) getötet, um ihre Vision des Staates durchzusetzen… Da dazu eigentlich nicht viel zu sagen ist hier einige Bilder:

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Nach derart schwerer Kost wollten wir am nächsten Tag etwas Positives machen und haben den Königspalast besucht (Fußweg von unserer Unterkunft: 2 Minuten :)). Mit eindeutig weniger Besuchern als im Bangkoker Äquivalent und in Angkor war es recht angenehm, aber leider durfte man vom Palast selbst keine Bilder machen. Hier dennoch unsere Ausbeute (inklusive ein paar allgemeiner Phnom Penh Bilder):

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Am Nachmittag schließlich gingen wir noch mal auf Schuhshoppingtour (für Didi!) und waren diesmal mit neuen Sneakers (natürlich echte Burberry ;)) plus einem Tshirt auch äußerst erfolgreich (für Didis Verhältnisse ;)).

Nach all dem fleißigen Sightseeing in letzter Zeit beschlossen wir, dass wir nun definitiv eine Auszeit vom Urlaub bräuchten, und so fuhren wir am nächsten Tag nach Sihanoukville, um von dort mit der Speed Ferry nach Koh Rong Samloen überzusetzen. Nach 6 Stunden waren wir da, und die Reise hatte sich eindeutig mehr als gelohnt: weißer Sandstrand wie aus der Werbung, am ganzen kilometerlangen Strand nur ein paar wenige Bungalows und türkisblaues Wasser! Einzige Minuspunkte: Das Wasser war FAST schon zu warm zu abkühlen (aber nur fast…), und manchmal stand sogar eine Wolke am Himmel! War aber beides irgendwie verkraftbar, und so verbrachten wir fünf wunderbare Tage mit Schlafen, Essen, Lesen, Spazieren und Baden… Hier noch ein paar Bilder, für jene, die uns trotzdem noch mögen und uns unseren Ausflug ins Paradies nicht neidisch sind 😉

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Wo es uns nach unserem Aufenthalt im Paradies hinverschlagen hat, und was unsere nächste Station nach Kambodscha sein wird, erzählen wir euch dann beim nächsten Mal 😉 Einstweilen gibt’s noch ein paar “typisch kambodschanische” Bilder:

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3 thoughts on “Siem Reap, Phnom Penh und Koh Rong Samloen: kambodschanische Geschichte, Gegenwart und Paradiese

  1. Mario Sammer says:

    Hallo Dani – ja, mir fehlen die Worte um sprachlos zu sein bzgl. der Aussagekraft der Delphinbilder 😉 – Viele Grüße und weiterhin eine schöne und erfüllte Zeit, Mario

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  2. Maria&Franz says:

    Bisher haben wir eure Berichte mit Spannung verfolgt. Sind teilweise fast neidisch diese Schönheiten und diese Vielfalt nur von der Ferne ansatzweise zu erfahren, sind aber auch sehr froh, dass ihr manche Manöver heil überstnaden habt. Uns freut es auch ganz besonders, dass man in euren Beiträgen euren Spass an dieser Reise verspürt. Bravo, ist wunderbar, was ihr da geneinsam durchlebt.
    Kurz von unserer Seite: alles OK, Mitte April gab’s Karos Taufe und Stefi&Ralph sind am Hochzeit vorbereiten und wir besuchen morgen Istrien für eine Woche.
    Euch wünschen wir vorerst eine gelungene Fortsetzung eurer Traumreise, mit Ausbleiben von Harakirimanövern (z.B.: Autobuscrash) und Genießen von Musestunden an weißen Stränden oder ähnlichem. LG Maria&Franz

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