Familienrundreise, Teil 2: Staunen in Peru

Nun geht’s auch schon weiter mit unseren Beiträgen, und zwar nahtlos anschließend direkt in Peru.

Nachdem auch mein Papa es über die Grenze geschafft hat – der peruanische Grenzbeamte nahm es bei ihm SEHR genau und ließ ihn seine Touristenkarte drei Mal ausfüllen, nur um dann festzustellen, dass es schon beim ersten Mal richtig war – hatten wir zum Glück immer noch drei Tage am schönen Titicacasee vor uns, und zwar in Puno.
Die Stadt selbst gibt zwar soweit wir das beurteilen konnten touristisch nicht so viel her; da unser Hotel aber direkt am Titicacasee lag, haben wir die Tage dort doch sehr genossen 😉 Hier der Blick von unserem Hotel:

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Es gibt in der Tat schlimmeres als diesen Ausblick 😉

Am nächsten Tag ging’s für uns per Boot auf die Uro-Inseln, auch bekannt als die Floating Islands. Meine Mama war leider krank, sodass wir nur zu viert (plus Guide Henry) auf den Weg gegangen sind.
Auf diesen Inseln leben die Uro, eine Minderheitengruppe, die ursprünglich aus dem Amazonasgebiet hierher gewandert ist und sich hier durch Schilf sozusagen ihren eigenen Grund und Boden “gebaut” haben – und seitdem schwimmen sie eben auf dem Titicacasee herum… Auch ihre Häuser sind komplett aus Schilf gebaut. Neben dieser “Bauweise” haben sie sich auch ihre traditionellen Bräuche und Kleidung bewahrt – und das alles hat die Inseln zu einer der größten Touristenattraktionen auf der peruanischen Seite des Sees gemacht. Da aber immer nur eine “Tourigruppe” gleichzeitig pro Insel erlaubt war, fühlten wir uns von Miriam und ihrem Mann Carlos dennoch sehr gut betreut und hatten einen interessanten Aufenthalt 😉

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Das Toiletthäuserl (natürlich auch aus Schilf 😉

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Willkommen auf den Uro-Inseln!

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Ein Fisch als Aussichtsturm? Sicher, warum nicht...

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Mein Papa, der glückliche Gewinner des Tiefen-schätzsspiels... Der Preis? Eine gepökelte Ente...

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Wir wären gute Uros geworden!

Weiter ging’s anschließend auf die Taquile-Insel (wie Tequila, nur andersrum). Die Bewohner dieser Insel sind anscheinend für ihre besonders feine Webkunst bekannt – eine “Sehenswürdigkeit”, für die Papa, Marlies, Didi und ich irgendwie ziemlich das falsche Publikum waren. Darüber hinaus bekamen wir auch noch eine Einführung in die Kleidungsgepflogenheiten der Bewohner – wir können nunmehr also einen Single-Mann anhand seiner Kopfbedeckung von einem vergebenen unterscheiden… Falls also jemand dort auf Bräutigam-Suche gehen will, zuerst bei uns nachfragen 😉
Ansonsten haben wir ziemlich unter der brütenden Hitze auf der Insel gelitten, sodass wir ganz froh waren, als es mit Boot und Fahrtwind wieder zurück ins kühle Hotel ging 😉

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Die berühmte Webkunst in Bearbeitung...

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Auch typisch für die Insel: biologisch hergestellte Seife

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Henry erklärt: Mann mit diesem Hut lieber nicht anquatschen. Is nämlich verheiratet. (Und hat einen schlechten Geschmack, was Kopfbedeckungen angeht... ;))

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Auch auf Taquile: irgendwie verwirrende Richtungs - und Distanzangaben...

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Yehiiiii, Gruppenfoto! Wir in der brütenden Taquile-Hitze 😉

Am nächsten Tag hatte sich zum Glück auch meine Mama wieder erholt, sodass wir uns gemeinsam die Grabtürme (“chullpas”) von Sillustani anschauen konnten. Diese Grabtürme wurden von der Vor-Inka-Kultur der Colla errichtet, und zwar nicht nur für den Adel, sondern auch für das “gemeine Volk”. Unser Guide Henry hatte unglaublich viel Interessantes darüber zu erzählen, hängengeblieben sind aber – zumindest bei mir – hauptsächlich zwei Dinge:

1. Die Colla haben präziser gebaut als die Inkas. Sprich: Wenn eine Goldmünze zwischen die Steine passt = ungenauer gebaut = Inkazeit (praktischerweise gibt es direkt daneben auch ein paar Inka-Grabstätten, sodass Henry uns das gleich veranschaulichen konnte ;)).

2. Die Colla haben stabiler gebaut als die Inka, nämlich sozusagen mit einer “Dübel-Bauweise “. Sprich: Wenn bei zwei angrenzenden Steinen an den sich berührenden Seiten jeweils ein Loch ist, das mit Material (Metall) gefüllt wurde = stabiler = Colla.

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So schaut er aus, so ein Chullpa 😉

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Und so schaut er aus, wenn er schon ein bißi kaputt is...

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Qualitätsmerkmal 1: Präzision. Hier passt eine Münze rein = schlecht = Inka 😉

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Qualitätsmerkmal 2: Stabilität. Hier wurden die Aushöhlungen zwischen den Steinen mit Metall gefüllt = stabiler = Colla 😉

Darüber hinaus war einfach auch schon die Landschaft um die Grabhügel mir ihren Bergen und Lagunen recht schön – die haben schon gewusst, wo sie ihr Leben nach dem Tod verbringen wollen 😉

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Erweiterte Familie Plankel am Toten-Aussichtspunkt 😉

Nun war es Zeit, den schönen Titicacasee hinter uns zu lassen und uns zu unserem letzten gemeinsamen Reiseziel zu begeben, dem schönen kolonialen Cusco, Ausgangspunkt für einen Besuch der berühmten Inkastadt Machu Picchu. Gleich zu Beginn erwartete uns hier eine nette Überraschung: In unserem Hotel bekamen wir ein Gratis-Zimmerupgrade und landeten so im mit Abstand schönsten Zimmer auf unseren gesamten Reise (und das wird sich wohl auch nicht mehr ändern ;)). Darüber hinaus war das Hotel selbst in einem sehr schönen alten Kokonialbaut untergebracht und hatte sogar ein SPA – es war fast schon schwierig, sich überhaupt zu motivieren, dieses wunderbare Hotel zu verlassen 😉

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Very fancy pancy: Unser Hotel in einem alten Kokonialbau in Cusco

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Auch in der Nacht war die Aussicht von unserem Privatbalkon aus noch ganz okay 😉

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Knapp groß genug: unser Zimmer. Also, eines davon. Didi und ich hatten ein eigenes, mit zwei Stöcken...

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Auch inklusive: der Pisco-Sour-Kurs. Hier der Profi...

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..und die Schülerin (wobei ich ja finde, dass ich den angestrengten Gesichtsausdruck schon ganz gut draufhab...)

Am Abend unserer Ankunft war es dann Didi, der sich unwohl fühlte und deswegen die Pisco-Sour-Stunde auslassen musste (und das obwohl er der Cocktailexperte von uns beiden ist). Dafür war er aber am nächsten Tag wieder fit, dafür blieb mein Papa leicht krank zu Hause – irgendwie schwächelte der Reisetrupp in diesen Tagen ziemlich 😉

An unserem ersten vollen Tag in Cusco und Umgebung spielte leider auch das Wetter nicht so richtig mit – es regnete in Strömen 😦 – dadurch fiel auch unser Besuch bei der Sacsayhuaman-Festung (eine Inkafestung, deren Namen ich am Vortag versucht hatte, auswendig zu lernen – nach drei Pisco Sours allerdings ein aussichtsloses Unterfangen…) sehr kurz aus.
Anschließend ging’s zum Santo Domingo-Kloster, wo die Spanier in typisch feinfühliger Weise einfach mal ein Kloster über eine Inkastätte gebaut haben… Das Ergebnis kann sich aber trotzdem sehen lassen und ist durchaus interessant. Und wenn man vom Kloster über Cusco blickt, versteht man auch, warum die Herrn Eroberer gerne hier bauen wollten 😉
Der letzte Besichtiggungspunkt des Tages führte uns schließlich in die wunderschöne Kathedrale von Cusco, wo wir unter anderem einen schwarzen Jesus (das Holz war mit der Zeit fast schwarz geworden) sowie eine “Inka-Variante” des letzten Abendmahls bestaunen konnten – nämlich eine mit Meerschweinchen als Speise 😉
Aufgrund der Abwesenheit meines Papas und weil Didi und ich es durch diverse Meisterleistungen geschafft haben, sowohl meine Speicherkarte als auch sein Handy zu verlieren, gibt es von diesem Tag allerdings leider keinen Bilder 😦

Am nächsten Tag stand dann ein weiterer absoluter Höhepunkt unseres Trips auf dem Programm – der Besuch des (“neuen”) Weltwunders Machu Picchu! Nach langer Anreise (auf vier Stunden Zugfahrt folgten nochmal 30 Minuten Busfahrt) war es endlich soweit – wir erblickten zum ersten Mal diese beeindruckende und mitten in den Bergen unglaublich schön gelegene Stadt! Und ich kann nun bestätigen – der Anblick ist auch beim zweiten Mal extrem beeindruckend!

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Auf geht's: im Zug nach Machu Picchu!

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Einfach beeindruckend: der Blick auf Machu Picchu!

Nachdem das große Staunen erstmal vorbei war, folgte das zweite, das wahrscheinlich alle Touris in Machu Picchu machen: Fotosession! Hier nur ein paar wenige Ergebnisse 😉 (Da war mein Papa ja zum Glück wieder mit, sodass wir hier nicht ganz Bilderlos sind ;))

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Wer den Unterschied in den nächsten beiden Bildern erkennt, kriegt ein ganz besonderes Lob von uns, wenn wir wieder daheim sind 😉

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(und fragt mich bitte nicht, warum ich immer drauf bin... alle anderen waren zu schüchtern...)

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Wie ein Meister!

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Schwesternfoto 🙂

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Elternfoto (moiiiiiiiiiii)

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Versuch Nummer 1: Familienfoto vor Machu Picchu

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Geglückt! Diesmal sieht man uns auch!

Am Nachmittag sahen wir uns dir Ruinen noch aus der Nähe an, wobei wir dank unseres Guides Carlos nicht nur die Bibliothek, den Kondortempel und das vermutliche Schlafzimmer des Inka zu sehen bekamen, sondern auch einiges über das “Buchhaltungs-System” der Inkas sowie über deren Zeitvertreib – viele lustige Spiele und Sportarten – erfuhren. Außerdem stellten wir fest, dass meinem Papa und Didi hier in Peru eine alternative berufliche Laufbahn offenstehen würde, nämlich jene des Gringo-Fotomodells – die beiden wurden von einer peruanischen Schulgruppe kaum noch aus ihren Selfie-Fängen gelassen 😉

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Machu Picchu ein bißchen näher...

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Die Universität (zugegebenermaßen ein bißchen schief.,,)

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Dani im Schlafzimmer des Inka 😉

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Inkaischer Zeitvertreib

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...sowie inkaisches Buchhaltungs-System

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Außerdem, im Hintergrund: österreichisches Fotomodell aka Didi.

Nach einigen Stunden in Machu Picchu war es aber auch schon wieder an der Zeit, zurück Richtung Zug aufzubrechen. Die Rückfahrt selbst war aber im wahrsten Sinne des Wortes die Reise wert, denn hier fuhren wir mit dem Bingham-Zug, benannt nach dem “Entdecker” von Machu Picchu und einer der luxoriösesten Züge der Welt (für alle, die’s nicht wissen – mein Papa hat ein Faible für außergewöhnliche Züge). Aber auch für Nicht-Zugfans hatte der Zug in der Tat einiges zu bieten. So gab es neben Livemusik, bei der wir alle zum Tanzen motiviert wurden, und echt gutem Essen auch Gratis-Getränke, sodass die vier Stunden zurück nach Cusco echt schnell vergangenen Sinn – oder vergangenen wären, wenn der Zug nicht wegen technischer Probleme sechs Stunden gebraucht hätte und wir erst nach Mitternacht im Hotel angekommen wären… So war der Tag zwar unglaublich schön und interessant, aber auch ein bißchen lang 😉

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Hallo, der Musiker!

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Didi im Tanzmodus 😉

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Very sophisticated: feines Essen im Zug!

Tja, und dann stand auch schon unser letzter gemeinsamer Tag an. Dieser führte uns ins Sacred Valley außerhalb von Cusco, wo wir in Pisa’q beeindruckende Inkatreppen sowie einen Handwerks- und Obstmarkt besuchten, wo wir eine spannende Einführung in peruanische Früchte bekamen und uns mit Souvenirs eindeckten 😉
Den Abschluss unserer geführten Tour bildete dann noch ein Mittagessen bei einer Familie in Pisa’q, die neben einem unglaublich schönen Gemüsegarten, durch den wir geführt wurden und sehr gutem Essen auch eine Tochter haben, die in Wien lebt – die Welt ist eben doch klein 😉

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Inka-Treppen ohne...

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...und mit Vordergrund 😉

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Und ahja, mit Stützhilfe 😉

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Auf dem Markt: bunte Vielfalt an Gemüse,...

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Kartoffeln (jaja, ich weiß, auch Gemüse)...

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...und sehr bunten Früchten

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Meine Mama beim Geruchstest

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Erinnerungsfoto an die austro-peruanische Familie 😉

Den verbleibenden Nachmittag verbrachten wir mit einem erneuten Besuch im SPA, Kartenspielen und -schreiben und feinem Abendessen – was man als Familie im Urlaub halt so macht 😉
Tja, und am nächsten Morgen hieß es auch wieder Abschied nehmen, da meine Familie sich wieder auf den Weg zurück Richtung Heimat machte. Natürlich war die schöne Zeit zusammen viel zu schnell vergangen – aber soooo lang is es ja auch nicht mehr, bis wir auch zurück in Österreich sind 😉

Was Didi und ich danach so gemacht haben und ob wir den erreichten Hotelstandard halten konnten, erfahrt ihr dann im nächsten Beitrag 😉

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